Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

06.11.2001

Was hat die Prävention gebracht ?

Alle Jahre wieder: Die Herzwoche


Seit über 10 Jahren findet alljährlich im November die Herzwoche statt. Ziel dieser Herzwoche ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Risikofaktoren und ihre gefährlichen Folgen, nämlich Herzinfarkt und Schlaganfall.

Mittlerweile kennt jeder die Hauptrisikofaktoren wie hohes Cholesterin, inhalatives Zigarrettenrauchen, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit, und (fast) jeder müht sich redlich sein Risikoprofil zu vermindern und gesund zu leben. Dieses löbliche Bestreben hat in den westlichen Industriestaaten zu einer Abnahme der Krankheitshäufigkeit kardiovasculärer Erkrankungen geführt, in den USA seit 1968 (!) um immerhin 45 Prozent, in Deutschland ist seit Anfang der 80-iger eine stetige Abnahme zu verzeichnen.

Dennoch ist der akute Myokardinfarkt nach WHO (Weltgesundheitsbehörde) immer noch die häufigste einzelne Todesursache in den entwickelten Ländern.

Für die Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahre 1996 185.206 unmittelbare Todesfälle an Herzinfarkt gezählt bei insgesamt 425.884 Todesfällen durch kardiovasculäre Erkrankungen. Die Statistik von 1999 zeigt nur eine geringe Abnahme der Infarktmortalität auf 183.000 bei rund 288.000 Herzinfarkten pro Jahr.

Die Referate und Seminare der Herzwoche versuchen die Bevölkerung auf die immer noch viel zu hohe Infarktmortalität aufmerksam zu machen und für ihre Ursachen zu sensibilisieren.

Gleichzeitig gilt es die Frühsymptome einer koronaren Herzkrankheit (KHK) bekannt zu machen oder auch wieder in Erinnerung zu rufen. Nicht immer ist es die typische Angina pectoris mit Schmerzprojektion in den li. Arm, die einen drohenden Herzinfarkt ankündigt. Oft besteht nur ein leichtes Gefühl der Beklemmung in der Brust, das bei Belastung (stabile Angina), aber auch in Ruhe (instabile Angina pectoris) auftritt. Wichtig ist die rechtzeitige Benachrichtigung des Arztes.

Jeder Koronarschmerz, der länger als eine halbe Stunde andauert und durch Nitrate in Form von Nitrospray oder Kapseln nicht zu beeinflussen ist, gehört ins Krankenhaus. Nur so ist das therapeutische Fenster von ca. vier Stunden für eine erfolgreiche Lysetherapie gewährleistet.

Die Lyse, worunter man die Auflösung des Gerinnungsthrombus im arteriosklerotisch verengten Gefäß versteht, ist am erfolgreichsten in den ersten drei bis vier Stunden und verhindert im Idealfall das Absterben von Herzmuskelgewebe. Ist der Herzmuskel erst einmal zerstört, so bildet sich weniger leistungsfähiges Narbengewebe an seiner Stelle mit geringerer Pumpleistung, und es kann sich eine chronische Herzmuskelschwäche entwickeln.

Die Herzwoche, von der Deutschen Herzstiftung gesponsert, wird zeitgleich im gesamten Bundesgebiet durchgeführt und ist auch in ihrer alljährlichen Wiederholung sinnvoll und notwendig, um den gewaltigen 'Berg' der kardiovasculären Erkrankungen mit der immer noch hohen Mortalität weiter abzutragen.

Gehen doch auch Sie in eine der zahlreichen Veranstaltungen in ihrer Umgebung!

Ihr Medicus