Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

08.12.2004

Organisation und Toleranz sind wichtig

Stress vor und an den Weihnachtstagen vermeiden


Weihnachten naht mit Riesenschritten. Wie jedes Jahr wird die Zeit knapp, um von den Einkäufen bis hin zum Ablauf der Feiertage alles zur Zufriedenheit aller zu regeln und zu planen. Stress pur heißt das für manche Familien und der ist bekanntlich nicht gesund. Insbesondere gilt das, wenn- wie so oft- nur eine Person, meistens die Mama, mit der Gesamtplanung der Feiertage betraut wird.

Jugendliche benötigen Freiräume

Ein gelungenes Fest ist aber immer eine Gemeinschaftsleistung. Psychologen empfehlen daher alle Familienmitglieder an der Organisation zu beteiligen und festzulegen, wer für was zuständig ist. Vorlieben einzelner Familienmitglieder sind dabei zu berücksichtigen.Die meisten Männer geraten in Stress, wenn sie einkaufen sollen. Besser geeignet sind sie für die Besorgung und das Aufstellen des Tannenbaums. Beim Ausschmücken sollte aus Gründen des Geschmacks eventuell die Partnerin helfen. Brennen die ersten Adventskerzen, sollte jedes Familienmitglied seine Wünsche und Vorstellungen zum Fest äußern. „Wie stellst Du Dir Weihnachten vor?“ und “Worauf was möchtest Du keinesfalls verzichten?“.

Jugendliche haben oft eine eigene Vorstellung von den Feiertagen. Sie benötigen Freiräume und möchten nicht nur zu Weihnachtsgans, Kaffee und Kuchen bei Onkel und Tanten herumgereicht werden. Der Kirchgang am Heiligabend ist und bleibt m.E. aber ein „familienkollektives“ Muß und das nicht nur aus traditionellen Gründen. Die Botschaft Christi bringt Ruhe und Zuversicht in unsere stressgeplagten Herzen. Sie ist gewissermaßen Therapie.

Zur Planung gehört ebenfalls, welche undwieviele Besuche bei Verwandten oder Freunden anstehen. Auch hier gilt: nicht die Masse macht's, stattdessen lieber mehr Zeit der eigenen Familie gönnen oder sich selber. Musik hören, ein gutes Buch lesen oder schlicht und einfach entspannen.

Vor allem die Hektik ist Gift, denn sie tötet die weihnachtliche Stimmung. Schieben Sie also die Erledigungen nicht bis zum 24. Dezember auf und kaufen Sie nicht vor lauter Verzweiflung am Weihnachtstag noch irgendein überflüssiges Geschenk für jemanden, der eh' schon alles hat.

Über die Weihnachtstage kommt es nicht selten aufgrund der ungewohnten, längerfristigen räumlichen Nähe zum Ausbruch familiärer Konflikte. Jedem Familienmitglied sollten daher während der Festtage auch Rückzugsmöglichkeiten eingeräumt werden.

Überhaupt ist Toleranz angesagt. Weihnachten ist von seinem ursprünglichen Sinn her ein Fest der Liebe, Freude und Besinnung und nicht ein Fest der Kauf- und Geschenkorgien, auch wenn das der Einzelhandel nicht gerne hört. Geschenkt werden darf dennoch, sofern es von Herzen kommt!

Ihr Medicus