Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

23.05.2002

Mallorca-Akne und Co.

Sonnenallergien auf dem Vormarsch


Endlich Urlaub! Sie liegen am Strand und geniessen die Sonne und das Leben. Erst einige Stunden später bemerken Sie, dass nicht nur ihre Psyche, sondern auch ein unangenehmer Ausschlag auf ihrer Haut aufblüht. Sonnenallergie lautet der umgangssprachliche Begriff für mehrere Arten von Hautausschlägen, die durch UV-A Strahlen des Sonnenlichts ausgelöst werden.

Die Mallorca-Akne ist nur eine davon. Weit häufiger ist die sogenannte polymorphe Lichtdermatose, kurz PLD genannt. Flecken, Bläschen, Pusteln oder Knötchen können auftreten, besonders an Armen und Oberschenkeln, im Dekollete, auf den Schultern und am Rücken. Meistens erwischt es die Menschen nach einer sonnenarmen Zeit, wenn sie noch blass sind.

Die häufigste Reaktion auf das Sonnenlicht ist die PLD, von der etwa 10-20% der Bevölkerung betroffen sind. Meistens leiden Frauen im jungen bis mittleren Alter an dieser Form der Sonnenallergie.

Als Auslöser gelten die langwelligen UV-A-Strahlen, die tief in die Haut eindringen. Mehr oder minder stark juckende Bläschen, Knötchen, rote Flecken oder Rötungen sind die Folge der Hautreaktion. Die Haut kann direkt am ersten Tag reagieren oder auch noch nach mehreren Tagen.

Die Ursache für die PLD ist bis heute nicht endgültig geklärt, vermutet wird eine Immunreaktion. Sehr viel seltener, wenngleich spektakulärer, ist die Mallorca-Akne, die erstmals auf der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen beobachtet wurde und daher ihren Namen bezieht. Anders als die PLD tritt sie auch im Gesicht auf und ähnelt dadurch der Pubertäts-Akne.

Auch hier sind die langwelligen UV-A-Strahlen hauptverantwortlich für die Reaktion im Zusammenwirken mit öligen Sonnenschutzpräparaten, die wahrscheinlich zu einer Verhornung der Haarwurzeln und Talgdrüsen in der Haut führen. Bei der Mallorca-Akne ist es daher ratsam, nur Sonnenschutzprodukte ohne Fette und Emulgatoren zu verwenden (z.B. Ilrido-Gel) und die Hautpflege bereits mehrere Tage vor dem Urlaub umzustellen.

Quaddelbildungen können zu schweren Kreislaufstörungen führen

Weitere, wesentlich seltenere Reaktionen sind die phototoxische Reaktion nach Einnahme gewisser Medikamente, z.B. Antibiotika, oder die Licht-Urtikaria, bei der es wenige Minuten nach Lichtexposition zu stark juckenden Quaddelbildungen kommt, die zu schweren Kreislaufstörungen führen können.

Sechs Tipps, um die schlimmsten Sonnenbrände zu vermeiden:

_ Sonnenschutzprodukte sollten UV-A- und UV-B-Filter haben (Breitbandfilter)

_ Schatten allein reicht nicht, um Hautreaktionen zu vermeiden. Besser sind langärmelige Blusen oder T-Shirts und Hosen.

_ Günstig sind vor allem Sonnenschutzprodukte mit einem hohen Anteil mineralischer Filtersubstanzen (gelartige Schutzpräparate)

_ Sinnvoll ist es, im Winterhalbjahr sich vorzubräunen(Solarium). -Sicherheitshalber Medikamente gegen Sonnenbrand mitnehmen, wie Antihistaminica, sowie kortisonhaltige Cremen und Lotionen gegen akuten Juckreiz.

_ Stundenlanges Sonnenbräunen, wie es früher am „Teutonengrill“ an spanischen und italienischen Stränden üblich war, sollte unterbleiben. Es ist nicht nur gefährlich, sondern lässt die Haut auch vorzeitig altern und macht ein hübsches Gesicht runzelig.

Ihr Medicus