Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

31.03.2004

Körperliches Training beste Prävention

Nur der Schwung hält richtig jung


Nur der Schwung hält jung!

Rund 20 Millionen Deutsche sind Ende dieses Jahres über 60 Jahre. Noch nie gab es so viele Alte, und es werden immer mehr. Die Lebenserwartung steigt weiter, und die Senioren sind in der Regel viel vitaler als ihre Altersgenossen vor 50 Jahren.

Ursache und Voraussetzung hierfür sind körperliche und geistige Fitness, die bekanntlich nicht vom Himmel fällt. Pillen, Hormone, Sauerstoffgabe und orthomolekulare Verfahren können den Alterungsprozeß allen Versprechungen zum Trotz nicht nennenswert aufhalten. Es ist verlockend, am Morgen eine Tablette für ein langes Leben zu schlucken, dafür aber seinen Lebensstil mit den üblichen Risikofaktoren wie Übergewicht, Nikotinmißbrauch, Fehlernährung und Inaktivität beizubehalten.

Nachweislich vermag nur körperliche Aktivität den biologischen Alterungsprozeß aufzuhalten. Diese umfaßt im Alter alle körperlichen Aktivitäten wie Treppensteigen, Spazierengehen, Fahrradfahren, Gartenarbeit etc.. Dies gilt nicht nur für die gesunden oder rüstigen Alten, sondern gerade auch für die Personen mit Herzmuskelschwäche und chronischer Bronchitis. Körperliche Schonung, wie früher verordnet, ist hier nicht angebracht.

Durch regelmäßige körperliche Aktivität können die ab dem vierten Lebensjahrzehnt kontinuierlich abnehmenden neuromuskulären Leistungskomponenten wie Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Beweglichkeit langfristig aufrechterhalten werden. Obendrein wird die Ausdauerleistung gesteigert und die anaerobe Schwelle mit dem üblen „Muskelkater“ später erreicht. Ganz nebenbei und nicht zum Geringsten werden auch die emotionalen Beweggründe Älterer zum Sporttreiben befriedigt, nämlich Spaß und Freude zu haben und sich wohlzufühlen.

Wenngleich der biologische Alterungsprozeß durch kein noch so umfangreiches Training durchbrochen werden kann, vermag regelmäßiges körperliches Training bei vormals Untrainierten die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Im Idealfall ist dann ein 60jähriger Trainierter so leistungsfähig wie ein 40jähriger Untrainierter.

Für den Einstieg in ein Trainingsprogramm gilt für den älteren Untrainierten die Devise: mit niedriger Belastung anfangen, langsam steigern, mindestens dreimal wöchentlich. Als leichte körperliche Aktivität gelten leichte Gartenarbeit, Spazierengehen in einem Stundentempo mit bis zu vier Kilometernals 20km/Stunde in der Ebene, Joggen, Skitouren, Tennis, Mannschaftssportarten, Mountainbiking.

Die Aufzählung ist keineswegs komplett, aber es wird für jeden Leser etwas dabei sein. Wie wär' es denn zum Einstieg mit der Gartenarbeit? Der Rasen hat es längst nötig, wieder einmal gemäht zu werden! Regelmäßiges körperliches Training ist auf jeden Fall die kostengünstigste Präventivmaßnahme gegen Herz-/Kreislauferkrankungen, Rücken- und Gelenkbeschwerden und ganz sicher ein wesentlicher Lebensstilfaktor, durch den „erfolgreiches Altern“ infolge Verminderung/Verzögerung chronischer Krankheiten erst möglich wird.

Ihr Medicus