Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

14.05.2002

Immer Ärger mit den Pfunden !

Abspecken leicht(er) gemacht


Herr Doktor, nach dem was ich esse, müsste ich aussehen wie ein Strich in der Landschaft!

Ein oft gehörter Satz in der hausärztlichen Praxis. Der Hausarzt schmunzelt, denn er weiß, nichts ist so süß wie der Selbstbetrug in Sachen Ernährung . . . Alles ist schon gegen den ungeliebten „Rettungsring“, die Speckfalte zwischen Bauchnabel und Beckenkamm, unternommen worden. Es hat nichts genutzt.

Ob Trennkost, Heilfasten oder Formeldiäten, nichts hat die Pfunde schmelzen lassen. Auch verlockende und teure „Schlankheitspillen“ haben lediglich den Schwund in der Geldbörse gefördert. Nach einer kurzen Phase der Gewichtsabnahme war der Heißhunger nicht mehr zu zügeln und die Pfunde entsprechend dem Jo-Jo-Effekt wieder drauf. Dabei ist auch für den guten „Futterverwerter“ abspecken möglich, wenn er/sie nur ausdauernd genug ist.

Zu viel und falsches Fett ist für das Übergewicht (Adipositas) verantwortlich. Jeder Bundesbürger nimmt jeden Tag circa 130g Fett zu sich, 50% über den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. 1g Fett liefert bereits 9 kcal, bei 130g täglich sind das bereits 1.270 kcal und damit mehr als die Hälfte der für körperliche Schwerarbeit notwendigen Energien. Pommes mit Majo und obendrauf noch eine Bratwurst (reines Fett) sind typische Übeltäter für die zunehmende Fettleibigkeit der Fast-Food-Generation, zumindest wenn sie regelmäßig genossen werden.

Fettzufuhr sollte daher auf 60-80g/Tag reduziert werden, davon zu ca. 1/3 aus gesättigten Fettsäuren (tierische Fette), zu 1/3 aus ungesättigten Fettsäuren, z.B. Olivenöl, und zu 1/3 aus den besonders gesunden mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen, wie z.B. Sonnenblumenöl, Distel- und Sojaöl. Je flüssiger das Fett, um so mehr ungesättigte Fettsäuren sind darin enthalten. Die so genannte „Mittelmeerdiät“ mit einer fettarmen Mischkost kommt dieser Empfehlung sehr nahe. Sie besteht aus viel Fisch, Gemüse und Getreideprodukten, dafür weniger aus Fleisch, Wurst und Vollmilchprodukten. Das reduziert nicht nur die Pfunde, sondern auch das Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt.

Wer auf die gute Butter nicht verzichten will, sollte sie sparsam verwenden (bis 25g täglich) und als Belag nicht noch Wurst oder Käse drauflegen, sondern Marmelade oder Honig.

Einige Faustregeln zum Umgang mit Fett:

- Streichfett sparsam verwenden

- sichtbares Fett am Fleisch wegschneiden

- fettarme Zubereitungsart bevorzugen, z.B. kochen, dünsten, grillen, Römertopf

- Gebratenes vor dem Servieren auf Küchenpapier legen, um überschüssiges Fett aufzusaugen

- fettarme Wurst- und Käsesorten bevorzugen (keine Leberwurst!)

Ihr Medicus