Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

14.09.2001

Herbstzeit ist Impfzeit

Kennen Sie Ihren Impfschutz?


Wie in jedem Jahr stehen Ende September die aktuellen Impfstoffe für die Grippeimpfung zur Verfügung. Erfreulich ist, dass der jährliche Influenzaschutz in den letzten Jahren immer besser angenommen wurde. Waren es im Winter 1992 nur 2,5 Mio. Dosen des Impfstoffs, so wurden 1999 bereits 13 Mio. Dosen in Deutschland geimpft.

Die ständige Impfkomission der deutschen Ärzteschaft (Stiko) empfiehlt die Impfung allen Personen über 60 Jahre sowie Patienten mit chronischen Krankheiten, wie z.B. chronischer Bronchitis und Diabetes mellitus.

Insbesondere Personen mit Publikumsverkehr wie Lehrern, Verkäufern, Ärzten und ärztlichem Hilfspersonal wird die Impfung dringend angeraten. Nicht nur um sich selbst zu schützen, sondern auch um andere Menschen nicht anzustecken.

Gleichzeitig mit der Grippeimpfung sollte bei über 60-jährigen und Abwehrgeschwächten eine Impfung gegen Pneumokokken erfolgen. Letztere können zu einer besonders gefürchteten Lungenentzündung führen.

Die Pneumokokkenimpfung darf nur alle 6 Jahre wiederholt werden. Eine schwedische Studie vom letzten Jahr ergab bei Geimpften rund 50% weniger Klinikeinweisungen.

Während der letzten größeren Grippewelle zur Jahreswende 1995/96 sind in Deutschland über 20.000 Menschen mehr gestorben als während der gleichen Zeit in den Jahren zuvor ohne eine solche Epidemie.

Viele Menschen lassen sich jedoch erst schützen, wenn in den Medien über eine Grippewelle berichtet wird. Das ist nicht optimal, denn es dauert mindestens 14 Tage bis zum vollen Impfschutz.

Der günstigste Impftermin liegt daher zwischen September und November, da häufig zur Jahreswende die ersten echten Grippefälle auftreten. Gegenanzeigen für eine Impfung sind eigentlich nur eine Allergie auf Hühnereiweiß sowie hochfieberhafte Erkrankungen.

Gleichzeitig mit der Grippe/Pneumokokkenimpfung sollte bei Erwachsenen der Impfschutz auf Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis überprüft und alle 10 Jahre eine Auffrischung durchgeführt werden. Auch der Impfschutz gegen Hepatitis A u. B. sowie bei Frauen im gebärfähigen Alter auf Röteln und Windpocken ist dabei zu überprüfen und der Impfausweis auf den neuesten Stand zu bringen.Manche Patienten lehnen die Grippeimpfung konsequent ab, da sie danach eine besonders schwere Erkältung erlitten haben.

Schutz für ältere und abwehrgeschwächte Menschen

Die Grippeimpfung schützt natürlich nicht generell gegen Erkältungskrankheiten, da es eine Vielzahl anderer Viren und natürlich auch Bakterien gibt, die die Atemwege befallen. Bei einer Grippeepidemie schützt sie aber ältere und abwehrgeschwächte Menschen vor einem schweren Verlauf der Grippe mit Komplikationen(z.B.Lungenentzündung).

Trotz des erfreulichen Ansteigens der Impfrate ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, um Grippeepidemien völlig auszurotten. Das wäre erst ab einer Impfrate von über 75% der Bevölkerung der Fall. Also, auf zum Impfen!!

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Ihr Medicus