Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

08.09.2004

Günstigter Impftermin ab September

Sicherer Schutz gegen eine echte Grippe


Du spürst der ganzen Sippe Groll, die pflegen Dich bei Grippe soll!“

Dass es gar nicht erst so weit kommt, dafür ist die Grippeimpfung da. Ab September ist der neue Impfstoff in den Arztpraxen und wartet darauf, mit einem kleinen Pieks in den Oberarmmuskel gespritzt zu werden. Zweifellos wurde beim Grippeschutz schon viel erreicht. Die Zahl der verkauften Impfdosen stieg binnen acht Jahren von 7,2 auf 17,3 Millionen 2003.

Trotzdem blieben im letzten Jahr immer noch rund 40 Prozent der Risikopersonen ungeschützt. Als solche gelten alle über 60 Jahre sowie Patienten mit chronischen Krankheiten, wie chronische Bronchitis und Diabetes mellitus, aber auch Altenheimbewohner und Personen mit Publikumsverkehr wie Lehrer, Verkäufer, Ärzte und ärztliches Hilfspersonal. Dieses noch brach liegende „Impfpotenzial“ gilt es für die Impfung zu gewinnen. Denn große Grippepidemien wie 1995/96 mit einer Übersterblichkeit von über 20.000 Personen gegenüber dem Vorjahr sind erst ab einer Impfrate von über 75 Prozent der Bevölkerung zu vermeiden.

Gleichzeitig mit der Grippeimpfung sollte bei über 60-Jährigen und Abwehrgeschwächten eine Impfung gegen Pneumokokken erfolgen, die Erreger einer besonders gefährlichen Lungenentzündung sind. Wichtig ist eine rechtzeitige, möglichst frühe Impfung. Viele Menschen lassen sich jedoch erst schützen, wenn in den Medien über eine Grippewelle berichtet wird. Das ist nicht optimal, es dauert bis zum vollen Impfschutz mindestens 14 Tage.

Der günstigste Impftermin liegt zwischen September und November, da häufig schon zur Jahreswende die ersten Grippefälle auftreten. Der Impfstoff wird jedes Jahr neu aus abgetöteten Grippeviren hergestellt, die auf Hühnerembryonen gezüchtet wurden. Er ist in der Regel gut verträglich. Nur selten treten lokale Impfreaktionen noch seltener leichte Allgemeinreaktionen wie erhöhte Temperaturen, Glieder- und Kopfschmerzen auf. Gegenanzeigen für eine Impfung sind eigentlich nur eine Allergie auf Hühnereiweiß sowie hochfieberhafte Erkrankungen.

Manche Patienten lehnen eine Grippeimpfung konsequent ab, da sie nach der letzten Impfung von einer besonders schweren „Grippe“ heimgesucht wurden. Natürlich schützt die Impfung nicht gegen alle Arten von Infekten, da es eine Vielzahl anderer Viren und natürlich auch Bakterien gibt, die die Atemwege befallen.

Vor einer echten Grippe, der Influenza, ist sie aber ein sicherer Schutz. Bekanntlich sind die Pocken, die einstige Geißel, durch konsequente Impfung vollständig ausgerottet worden. Ein ähnlicher Erfolg ist in den nächsten Jahren bei der Kinderlähmung zu erwarten.

Impfen lohnt sich also! Nichts wie hin zum Hausarzt, die Grippespritze wartet schon!

Ihr Medicus