Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

10.03.2005

Grippe-Impfung im Herbst fest einplanen

Denn wer zu spät kommt. . .


Die Grippewelle hat Deutschland fest im Griff ebenso wie der Winter. Von der Waterkant bis an die Alpen, vom Altersheim bis zum Kindergarten hustet, prustet, schnupft, fiebert und kopfschmerzt alles so vor sich hin. Die Zahl der Krankmeldungen steigt täglich. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Ist es aber eine „echte“ Grippe oder nur eine banale Erkältung? Die echte Grippe, auch Influenza (A) genannt, wird durch spezielle Viren ausgelöst. Sie tritt ganz plötzlich auf mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl sowie Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, nicht selten begleitet von trockenem Husten.

Erscheint der zumeist nicht grippegeimpfte Patient innerhalb der ersten 24 bis48 Stunden in der hausärztlichen Praxis, so gibt es ein spezielles Gegenmittel, nämlich den Neuraminidase-Hemmer Tamiflu. Zweimal täglich über fünf Tage genommen und es hat sich im günstigsten Fall „ausgegrippt“, will sagen, die betroffene Person ist entfiebert und ohne Schmerzen.

Ist die echte Grippe schon mehrere Tage alt, kommt oft noch ein bakterieller Infekt hinzu wie etwa eine Kieferhöhlenvereiterung, eine eitrige Bronchitis oder gar eine Lungenentzündung. In diesem Fall sind Antibiotika zu verordnen. Handelt es sich um eine banale Erkältung mit Schnupfen, etwas Kratzen im Hals, leichten Gliederschmerzen und Temperaturen, so sind die probaten Hausmittel wie Aspirin oder Paracetamol, Gurgeln, viel Trinken, Vitamin C und Schonung völlig ausreichend.

Laut Landesgesundheitsamt Niedersachsen haben die Aktivitäten der Grippeviren mittlerweile das Niveau des letzten schweren Grippewinters 2002/03 erreicht. Damals sind etwa 16.000 Menschen an den Folgen gestorben.

Also heißt es, aufpassen und den Hausarzt aufsuchen, um die rechtzeitige Gabe des Gegenmittels Tamiflu nicht zu versäumen. Denn, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, wie wir alle wissen. . .

Dieses gilt auch für die in jedem Jahr ab September erhältliche Grippeimpfung, die immer noch viel zu wenig in Anspruch genommen wird. Alle Impfmuffel sollten daher für diesen Herbst die Grippeimpfung fest einplanen. Sie schützt zwar nicht vor einem banalen Erkältungsschnupfen, aber vor einer schweren und mitunter komplikationsreichen Influenza, die zu erheblichen Schul- und Arbeitsfehlzeiten, bei Älteren gar zur vorübergehenden Pflegebedürftigkeit und Schlimmerem führt, oder wie es der Schüttelreim so schön ausdrückt: „Du spürst der ganzen Sippe Groll, die pflegen Dich bei Grippe soll!“

Ihr Medicus