Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

20.08.2003

Gelenkverschleiß eine Plage des Alters

Was tun gegen Arthrose ?


Herr Doktor, mir tun alle Gelenke weh, vor allem die Kniee und Hüften!“ Klagen dieser Art werden von älteren Menschen dem Hausarzt gegenüber oft geäußert. Ursache ist der chronische Gelenkverschleiß, die Arthrose. An dieser Abnutzungserkrankung des Knorpels und der Gelenkschleimhaut leiden etwa 20 Millionen Menschen allein in Deutschland.

Es besteht zweifellos eine erbliche Disposition, insbesondere was die sogenannte Heberden-Arthrose der Fingerendgelenke anbetrifft. Letztere zeigen eine typische spindelförmige Deformierung, jedoch keine ausgeprägten Entzündungszeichen wie bei der rheumatoiden Arthritis oder der Gicht. Anatomisch resultiert eine Einengung des Gelenkspalts mit Achsenfehlstellung der beteiligten Glieder.

Bewegung heißt die therapeutische Devise

Dadurch kommt es nach und nach zur Funktionseinschränkung und Schmerzentwicklung, insbesondere in den tragenden Gelenken. Typisch ist der morgendliche Anlaufschmerz. Ist man/frau erst einmal in Bewegung und das Gelenk warm, wird's mit dem Schmerz und der Mobilität besser.

Also, Bewegung heißt die therapeutische Devise! Vorzuziehen sind dynamische Sport- und Bewegungsarten wie Radfahren, Schwimmen, auch zügiges Spazierengehen – neudeutsch „power walking“ –, bis hin zum Joggen mit luftgefederter Sohle.

Was gibt es an sonstigen Therapien? Zur symptomatischen Schmerzbekämpfung haben sich die bekannten Schmerz- und Rheumamittel wie Diclofenac und Ibuprofen bewährt, für Magenkranke die „Coxibe“ wie Vioxx, Mobec. Pharmazeutica mit nachgewiesener symptom- und strukturmodifizierender Wirkung sind Glucosaminsulfat (Dona-200S), das in Tablettenform über mehrere Monate genommen werden muß und Hyaluronsäure, das aus Hahnenkämmen gewonnen ins Gelenk injiziert wird. Wissenschaftlich nicht erwiesen, bei den Leidtragenden aber sehr beliebt, ist die Teufelskralle(Sogoon), die die Beschwerden längerfristig zu mildern scheint.

Am Ende steht der prothetische Gelenkersatz

Die beliebten Gele und Salben zum Einreiben penetrieren nur geringfügig in den Gelenkspalt und wirken mehr psychologisch als kausal. Am Ende, nach Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden Mittel, steht der prothetische Gelenkersatz. Entscheidend hierfür sind neben dem Alter – je später desto besser – die Schmerzhaftigkeit und die Funktionseinschränkung des Gelenkes. Zuvor sollten wir jedoch alles tun, den natürlichen Verschleiß zu bremsen, insbesondere schwere Überlastungen oder gar Verletzungen vermeiden. Denn jedes verletzte Gelenk verschleißt schneller.

Das „Fußballerknie“ nach wiederholten Band- und Meniskusverletzungen bedeutet häufig nicht nur das „Aus“ einer Profi-Karriere, sondern oft auch frühzeitige Invalidität beim Hobbysportler. Wählen Sie also eine gelenkschonende Sportart! Wie wäre es mit Radfahren, Schwimmen, Walken, auch Joggen (kein Marathon!)? Ihr Medicus