Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

06.03.2002

Bläschen, die weh tun

Gürtelrose: Frühzeitige Therapie erforderlich


Die Gürtelrose, in der Fachsprache Herpes zoster, ist die Zweiterkrankung an Windpocken. Wie das, fragt sich der aufmerksame Leser?

Beide Erkrankungen werden vom gleichen Virus übertragen, das unter dem Kürzel VZV - im Klartext Varicella (Windpocken)- Zoster (Gürtelrose)- Virus fungiert. Die Kinderkrankheit Windpocken heilt problemlos aus.

Ein Teil der Viren zieht sich jedoch nur in Nervenzellen(Ganglien) des hinteren Rückenmarks zurück und lauert dort auf einen günstigen Augenblick wieder loszuschlagen.

Dieser ergibt sich, wenn die Immunabwehr im fortgeschrittenen Lebensalter (6.bis 7. Lebensjahrzehnt) und durch Infekte, Stress oder bösartige Erkrankungen geschwächt ist. Die Viren wandern dann aus den Ganglien in die zugehörige Nervenfaser und breiten sich meist „gürtelförmig“ in den Zwischenrippenräume des Brustkorbs aus. Ein brennender Schmerz geht der typischen Bläschenbildung 4 bis 5 Tage voraus.

Besonders gefürchtet ist die Gürtelrose im Bereich der Hirnnerven im Gesicht, die zu bleibenden Seh- und Hörstörungen und Gesichtsnervlähmungen führen kann. Außer der Gabe von Schmerzmitteln ist die frühzeitige Therapie mit einem virushemmenden Mittel nötig, dass konsequent eine Woche lang eingenommen werden muss.

Diese Therapie führt nicht nur zur schnelleren Abheilung, sondern verhindert vor allem die gefürchteten postherpetischen Neuralgien, einen dauerhaft anhaltenden Brennschmerz in der befallenen Region nach Verkrustung der Bläschen.

Lokal lindernd wirken desinfizierende, kühlende und austrocknende Lotionen. Verbände sind eher ungünstig, da sie den Juckreiz fördern. Eine Übertragung der Gürtelrose auf andere ist nicht möglich, da sie gewissermaßen „von innen“ kommt. Das Zoster-Virus kann im ungünstigsten Fall zu einer Ersterkrankung an Windpocken führen, falls diese noch nicht durchgemacht und elementarste Hygieneregeln mißachtet wurden.

Kurz aufgezählt einige Verhaltensregeln:

- Saunabesuch erst nach Abheilung der Bläschen

- Besuche und normale Kontakte (Händeschütteln etc.) erlaubt

- befallene Hautpartien weder waschen noch aufkratzen, sonst drohen vermehrte Bläschenbildung oder Superinfektion!

Zum Abschluss noch ein kleiner Vers zum Trost:

Nach den Schmerzen und den Bläschen, die mich schnell zum Hausarzt führen, fühl ich mich als armes Häschen, selbst der Doktor kann es spüren.

Seine Stirn mit Sorgenfalten macht mir keinen rechten Mut. Denke nun, ich müsst erkalten, doch mein Doktor Wunder tut!

Eine Packung Wunderpillen, die ich täglich nehmen muss, merzen aus all' meine Grillen und den Schmerz im Überfluss!

Ihr Medicus