Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

28.12.2002

Auch Saunieren will gelernt sein

Vorzüge und Gefahren des Saunabades


Ist das Wetter so richtig naß, kalt und unfreundlich, wie jetzt zur Jahreswende, so zieht es viele Menschen nicht nur in die warme Stube und unter den Weihnachtsbaum, sondern immer öfter in die heimische Sauna.

Wenngleich das Saunabad unauflöslich mit den Finnen verbunden bleibt, haben schon die alten Römer Schwitzbäder gekannt. Auch Russen und Türken geniessen seit Jahrhunderten ihre Dampfbäder in der Banja oder im Hamam. In der finnischen Sauna herrschen Temperaturen von 80 bis 105 Grad Celsius etwa 100cm über der obersten Bank. Die Luft muß trocken genug sein, damit der reichlich gebildete Schweiß verdunsten kann und die Haut gut kühlt. Ein zwischenzeitlicher Aufguß fördert die Öffnung der Schweißporen.

Nach der Aufheizung des Körpers erfolgt die gezielte Abkühlung der Lungen in der Außenluft und der Haut durch Kaltwasseranwendungen oder Abreiben mit Schnee. Ratsam ist es, das Saunabad auf der untersten Stufenbank zu beginnen und sich je nach Konstitution und Kondition in den einzelnen Gängen, die 8-15 Minuten dauern, bis zur obersten Bank vorzuarbeiten. Hier ist es am heißesten und der Schweiß rinnt in Strömen...

Ein Liegehandtuch nimmt den abtropfenden Schweiß auf, sollte aber die Bank nicht völlig abdecken, damit die am Körper abgekühlte, schlechte Luft zu Boden sinken kann. Neulinge brauchen manchmal bis zu 8 Saunabäder, um zu geübten Schwitzern zu werden. Besteht ein Abkühlungsbedürfnis, so ist der Raum zu verlassen. Zuvor sollten Sie sich jedoch eine Weile aufrichten, um einen Kreislaufkollaps zu vermeiden. Erst dann ruhigen Schrittes ins Freiluftbad gehen, wo die Lunge durch kräftiges Ein- und Ausatmen wieder ordentlich mit Sauerstoff versorgt wird. Die anschließenden Kaltwasser- anwendungen entfernen den Schweiß und wirken als kräftiger Kältereiz.

Wichtig ist es dabei, den Wasserstrahl immer von herzfern(Füße, Beine, Hände, Arme) zum Herzen hin zu führen, um Kreislaufkomplikationen zu vermeiden. Das beliebte Tauchbad eignet sich daher nicht für Personen mit Bluthochdruck, der dann krisenhaft ansteigen kann. Die Wärme in der Sauna wirkt hingegen blutdrucksenkend und kann Hypertonikern empfohlen werden.

Der Körper holt sich die Flüssigkeit zurück

Ein warmes Fußbad bildet den Abschluss des Saunabadens. Es führt zur Erweiterung der Blutgefäße und ist mit einem angenehmen Wärme- gefühl verbunden. Ein Saunabadender verliert bei drei Gängen bis zu eineinhalb Liter Flüssigkeit, die hauptsächlich aus dem Blut stammt, das dadurch eindickt.

Der Körper sorgt jedoch für eine konstante Zusammensetzung des Blutes und holt sich die Flüssigkeit aus Fett-, Bindegewebe und Muskulatur zurück. Auch Abbaustoffe wie Milch-, Fettsäuren und Harnstoff gelangen ins Blut und werden über die Nieren ausgeschieden.

Eine regelmäßige Saunaanwendung reinigt die Körpergewebe von Stoffwechselrückständen. Um diesen Effekt der „Entschlackung“ zu erzielen, sollte immer erst nach Abschluß des Saunabades getrunken werden. Regelmäßige Saunabenutzer bekommen auch seltener Erkältungskrankheiten oder die Grippe.

Bei fieberhaften Infekten, schweren Herz- oder Krebserkrankungen ist vom Saunabad abzuraten. Allen anderen jedoch steht der Saunabesuch offen.

Haben Sie ihre Sauna schon angeheizt? Dann wird's aber Zeit! Ihr Medicus