Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

04.03.2003

Auch Passivrauchen ist gefährlich

Rauchen und Lungenkrebs


„Rauchen verursacht Krebs“, so steht es ganz unmissverständlich auf einer Zigarettenschachtel der Firma Philipp Morris, die vor einiger Zeit in einem Schadensersatzprozess gegen einen Lungenkrebskranken unterlegen war. Dennoch qualmt rund ein Drittel der Bevölkerung im Alter von 18 bis 79 Jahren fröhlich weiter.

Die Gefahr am Lungenkrebs zu versterben wird schlechterdings ignoriert oder verdrängt, obwohl dieses Karzinom in den entwickelten Ländern für Männer und Frauen(!) mittlerweile an der Spitze der Krebstodesursachen steht. Die Prognose des Bronchialkarzinoms ist seit circa 20 Jahren unverändert schlecht. Nur 10% aller Erkrankten überleben mehr als fünf Jahre.

Das Bronchialkarzinom entsteht nach zehn bis 15-jähriger „Raucherkarriere“ . Erste Anzeichen sind chronischer Husten und blutiger Auswurf, können im Frühstadium aber auch völlig fehlen. Erst nach zehnjährigem Nikotinstopp sinkt das Krebsrisiko deutlich, erreicht aber nicht mehr das des Nichtrauchers!

Allgemein lässt sich eine Dosisabhängigkeit zwischen Rauchinhalation und Karzinomgefährdung feststellen, wobei auch schwache Raucher ein deutlich höheres Krebsrisiko gegenüber Nichtrauchern haben. Eine japanische Studie aus den 80-er Jahren konnte ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko sogar bei passivrauchenden Frauen von Rauchern nachweisen! Wie ist das zu erklären?

Passivraucher atmen sowohl den Hauptstrom ein, der durch das Ziehen an einer Zigarette entsteht, als auch den Nebenstrom, der auf das Glimmen der Zigarette zurückzuführen ist. Drei Viertel des gesamten Rauches belasten die Umgebungsluft mit Nebenstromrauch, der die bekannten und potentiellen Schadstoffe in höherer Konzentration als der Hauptstrom enthält! Von den mehreren tausend chemisch analysierbaren Substanzen im Hauptstromrauch sind mindestens 43 krebserregend (Karzinogene). Die Konzentration im Nebenstrom ist um ein vielfaches höher, z.B. für Benzopyren dreifach, für Nitrosamine 20fach und für Formaldehyd 50fach. Entsprechend ist die krebserregende Wirkung höher als die des Hauptstromrauches.

Konsequenterweise hat die US-Umweltschutzbehörde schon 1992 den Nebenstromrauch als Kanzerogen der Gruppe A eingestuft, um gewissermaßen die ahnungslosen Passivraucher am Arbeitsplatz und in den Familien vor den „rücksichtslosen“, süchtigen Rauchern zu schützen. Ist ein Raucher in ihrer Nähe und will sich gerade einen „Lungentorpedo“ anstecken, so verweisen Sie auf die gesundheitliche Gefährdung durch das Passivrauchen und schicken die Person schnurstracks an die frische Luft. Sie dürfen sich dabei auf mich berufen!!

Ihr Medicus