Praxis Dr. med. Petro-Alexander Rarei, Arzt für Innere Medizin

14.08.2009

Ab Oktober wird geimpft

9.000 Deutsche mit Schweinegrippe infiziert


Neues von der Schweinegrippe vorweg: es gibt keinen Grund zur Panik. Die Schweinegrippe ist nicht der „Killer“, wie manche Medien es in diesem Sommerloch verbreiten. Weltweit sind rund 200.000 Menschen vom H1N1-Schweinegrippevirus infiziert, davon rund 9.000 in unserem Land. Von denen wiederum haben 7.000 den Virus aus fernen Epidemiegebieten wie Mexiko oder Mallorca mitgebracht und nur 2.000 Personen haben sich hier infiziert. Eine wirkliche Epidemie sieht anders aus. Aber es gilt, den Anfängen zu wehren. Sinnvoll ist es daher, gemäß Weltgesundheitsorganisation (WHO), drei Gruppen von Menschen, die besonders gefährdet sind, konsequent durchzuimpfen:

-1. Angehörige des Gesundheitswesens, die engen Kontakt zu Erkrankten haben.

-2. chronisch kranke Menschen mit Herz- Kreislauferkrankungen, Asthma, chronischer Bronchitis und Zuckerkrankheit, bei denen gehäuft schwere Verläufe mit Todesfällen auftreten.

-3. Schwangere, bei denen Grippe-Pandemien besonders schwer verlaufen können, wie die Influenza-Pandemien in den Jahren 1918 und 1957 gezeigt haben.

Schnellstests sind nicht empfindlich genug

Die jetzt vielfach angebotenen Schnelltests sind für die Neue Influenza nicht empfindlich genug. Im hochgradigen Verdachtsfall mit Fieber, Kopf-undGliederschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl ist ein molekularbiologischer Test (PCR) über ein Zentrallabor sinnvoll.

Mit dem Impfstoff für die Schweinegrippe ist erst ab Oktober zu rechnen. Er wird anfangs auch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und sollte daher zuerst bei den Hochrisikopersonen Anwendung finden.

Im Erkrankungsfall sollte der Neuraminidase-Hemmer „Tamiflu“ zum Einsatz kommen, der auch gegen die humane Influenza hilft. Ungeklärt ist bislang die Finanzierung des Impfstoffes. Die Gesamtkosten werden rund eine Milliarde Euro betragen, was die Krankenkassen gerne aus der Steuerkasse bezahlt haben möchten, andernfalls wird mit Beitragserhöhungen gedroht.

Das Gesundheitsministerium weist jedoch darauf hin, dass Impfungen, wie bisher üblich, zu den „Pflichtaufgaben“ der Krankenkassen gehören. Wie auch immer, ab Oktober wird geimpft. Ein hemmungsloser „Run“ auf die Impfung ist jedoch keinesfalls erforderlich. Bislang ist die Schweinegrippe, sowohl was die Ausbreitung wie auch was den Verlauf anbetrifft, keinesfalls schlimmer einzustufen als die alljährlich auftretende Grippewelle, gegen die auch weiterhin geimpft werden sollte.

Ihr Medicus